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Pressestimmen zu: NEBELKIND oder: Das Tarot des Todes Roman, ISBN: 3-930376-26-1 |
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Buchbesprechung in der Kaukasischen Post, Georgien
Gotik in der Moderne
Über einen Roman von Erika Kroell
«Nebelkind oder: Das Tarot des Todes», ein Roman der deutschen
Schriftstellerin Erika Kroell lässt sich mit großem Interesse lesen. Er
zeigt uns auf bemerkenswerte Weise, wie das alltägliche Leben im
gegenwärtigen Deutschland aussieht.
Der Leser trifft auf die für die heutige Zeit charakteristische,
ihm gut bekannte Lebenswelt - Redaktionsarbeit, Computerzeitalter,
Pressekonferenzen und Interviews, von Fernsehserien und Talkshows
hingerissene schon betagte Menschen und vieles andere.
Mit seiner geheimnisumwitterten Handlung und seiner geradezu
gotischen Atmosphäre erinnert uns der Roman gleichzeitig aber mehr an die
Literaturform des 18. und des 19. Jahrhunderts. Er spielt auch mit dem
Gedanken, dass der Glaube an mystische und übernatürliche Erscheinungen
und das Interesse an denselben Menschen aller Epochen und Kulturen nicht
fremd gewesen ist. Dem Leser wird vor Augen geführt, dass seit uralten
Zeiten der Mensch angesichts solcher Erscheinungen gewöhnlich fast
vollständig hilflos war und nur dank äußerster Anspannung aller seiner
geistigen und physischen Kräfte er diese schwierige Lage meistern konnte.
Auch unser hochtechnisiertes Zeitalter gewährt in dieser Beziehung keine
Ausnahme.
Anfang des 20. Jahrhunderts begann die europäisch-amerikanische
Literatur allmählich zu den traditionellen literarischen Werten
zurückzukehren. Man kann auch diesen Roman als eine Fortsetzung dieses heilsamen
literarischen Prozesses betrachten. Er bietet alles, wodurch sich ein
traditionelles literarisches Werk auszeichnet - als da sind die Fabel,
das Thema (sehr spannungsreich und mitreißend, wie sich der Leser selbst
überzeugen kann), die moralische Quintessenz usf. Die Autorin hat ein
Werk geschaffen, das geeignet ist, von der ersten bis zur letzten Seite
zu fesseln.
Der georgische Leser, der die deutsche Sprache beherrscht, wird
geneigt sein, sich auch mit anderen Werken von Frau Kroell mit Interesse
bekannt zu machen. Den Lesern, die die deutsche Sprache nicht
beherrschen, können wir nur wünschen, dass dieses Werk (und auch andere deutsche
Gegenwartsliteratur) ins Georgische übersetzt wird. Es wäre
wünschenswert, wenn sich ein an der Veröffentlichung moderner europäischer
Literatur interessierter Verlag fände, der die Finanzierung der Übersetzung
dieses unbestreitbar interessanten Romans übernehmen würde.
Georg Meladse
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